Liebe Leserin, Lieber Leser,

arbeiten wo und wann man will? Keine räumliche Trennung mehr von Küche und Kindern, keine nutzlose Zeit im Berufsverkehr, den Laptop unterm Apfelbaum: wie schön! Mobile Working – selbstbestimmt, selbstorganisiert. Im Homeoffice: nicht mehr zuhause sein im Büro, das beruflich dauerhaft Abwesende einem alten deutschen Schlagertext zufolge am besten heiraten sollten, sondern Arbeiten in den eigenen vier Wänden. Oder irgendwo unterwegs.

Immer mehr Unternehmen wollen die Flexibilität ihrer Mitarbeiter mit innovativen Arbeitsplatzkonzepten fördern, versprechen sich mehr Motivation, Kreativität und ein größeres Gemeinschaftsgefühl in der Belegschaft. Nicht zuletzt sollen moderne und flexible Arbeitsplatzkonzepte auch den entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte liefern.

Denn: Schreibtischreviere, Stechuhren und Abteilungsdenken sind längst überholte Relikte deutscher Unternehmenskultur. Offenheit, Transparenz und Vertrauen gelten stattdessen als neues Credo bei der Arbeitsplatzgestaltung. Und funktionieren. Wirklich?

Wie soll man die Schäfchen hüten, die man nicht mehr sieht? Und wie soll man verhindern, dass diese mehr „fressen“, als ihnen guttut? Das Konzept des umfassenden Mobile Working braucht eine funktionierende Vertrauensbasis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, sowie den Mitarbeitern untereinander. Und es braucht Homeoffice-Worker, die Selbstbestimmung nicht mit Selbstausbeutung verwechseln. Ein Kernelement, damit Mobile Working funktioniert, ist daher, die Führungskräfte ganz intensiv auf das Arbeiten mit ihren Teams unter den neuen Rahmenbedingungen vorzubereiten. Das ist ein Change-Prozess, nicht nur eine Organisationsaufgabe.

Wirklich glaubhaft zu führen heißt ja auch immer, von der zugrunde liegenden Idee als Führungskraft selbst überzeugt zu sein. Wenn nicht, sind alle Beteiligten im altgedienten Büro besser aufgehoben.

Systeme

Digitale Nomaden
Laut der neuen Studie "Mobiles Arbeiten" hat nicht einmal mehr jeder zweite Mitarbeiter vorwiegend oder ausschließlich einen stationären Arbeitsplatz. Die Mobilisierung der Arbeit wird von Mitarbeitern gern genutzt, birgt aber auch einige Risiken für die Gesundheit.

Wo Internet, da Arbeitsplatz
Im Interview erklärt Prof. Dr. Jochen Prümper, Professor für Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die Ergebnisse der Studie "Mobiles Arbeiten" und zeigt die daraus gewonnen Erkenntnisse auf.

Stressspeicher leeren
Der Körper speichert Stress, das Stressniveau steigt immer weiter, solange der Stress nicht abgebaut wird. Wie man individuell mit Stress umgehen kann und den Stressspeicher leert, erfahren Sie in unserer Ausgabe.

Jugend denkt sicher
Der Deutsche Jugend-Arbeitsschutzpreis wird in diesem Jahr wieder von der Fachvereinigung Arbeitssicherheit verliehen. Wir stellen die drei Finalisten für den Preis vor.

Kultur

Kein Kinderspiel
Mit Kindern arbeiten, das wünschen sich viele. Doch die Arbeit in der Kita ist für Erzieher und Erzieherinnen wahrlich kein Zuckerschlecken. Das Musterprojekt MusterKita soll als Vorreiter für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen durchstarten.

Gesundes Bayern
Gesundheit auch am Arbeitsplatz wird häufig zur Aufgabe während des hektischen Alltagsstresses. Da kommen Angebote von Kurorten, Heilbädern und medizinischen Kompetenzzentren ins Spiel. Das Qualitätssiegel "Gesundes Bayern" zeichnet diese Angebote aus, der Bayerische Heilbäder Verband gibt Tipps für gesundheitstouristische Angebote und vermitteln individuelle Gesundheitsexperten.

Datenschutz reloaded
Der Praxistipp der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement gibt in dieser Ausgabe Tipps zum Thema Datenschutz und wie Unternehmen die Gesundheitsdaten ihrer Mitarbeiter datenschutzkonform sichern können.

Führung

You too?
Die Debatte um sexuelle Belästigung - und was genau dazu gehört - ist besonders du die #metoo-Debatte angeheizt worden. Auch in Unternehmen sind körperliche Übergriffe nicht ungewöhnlich. Laut eigener Aussage sind rund 17 Prozent der Frauen schon einmal Opfer von Belästigung am Arbeitsplatz geworden. Doch wie geht man als Führungskraft mit diesen Situationen um?

Faktor: Stressresistenz
Analysen zur Stressprävention gibt es viele. Wir stellen in unserem Artikel ein neues Tool der Scheelen AG vor, welches der Gesundheitsdienstleister Sanvartis erfolgreich in seinem BGM-Portfolio integrieren konnte.

Verhalten

Ab morgen Besser-Esser
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, auch beim Essen. Ab und zu mal eine leckere Currywurst, in der Mittagspause reicht es nur für das schnelle Schnitzel mit Pommes - all das ist "normal". Wie man aus diesem Kreislauf ausbrechen kann, dafür geben wir Ihnen praktikable Tipps für den Alltag an die Hand.