Gesünder durch Stechuhr?

Was das EuGH-Urteil für die Work-Life-Balance bedeutet

Unternehmen werden zukünftig dazu verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter vollständig zu erfassen. Ob dieses Grundsatzurteil die Work-Life-Balance verbessert oder den Trend zur flexiblen Arbeitsgestaltung ausbremst, hängt auch davon ab, ob Unternehmen die Ursache für ungesunde Arbeitszeiten finden – und wirksame Gegenmaßnahmen entwickeln.

Um neun Uhr Dienstbeginn – einstempeln – halbe Stunde Mittagspause, dann um 17:30 Uhr Dienstende – ausstempeln. Dieses starre Arbeitszeitkorsett hat in vielen Berufen ausgedient. Flexibles Arbeiten, zeit- und ortsunabhängig, ist die Zukunft. Davon profitieren sowohl die Unternehmen als auch ihre Mitarbeiter: Zahlreiche Studien zeigen, dass sich Beschäftigte eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung wünschen, Arbeitszeiten selbst bestimmen und gelegentlich auch gern im Home-Office arbeiten möchten. Private Termine oder Arztbesuche können leichter eingehalten, Kinderbetreuung besser organisiert werden. Laut einer Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit tragen flexible Arbeitszeiten mehr zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei als die Arbeit in Teilzeit. Eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit von Berufstätigen.