50plus und fit für den Job

New Work, Digitalisierung, junge Talente – folgt man den Schlagworten in der HR-Branche, entsteht schnell der Eindruck, die Arbeitswelt würde nur durch die junge Generation geprägt. Ein Trugschluss.

Je nach Branche sind in Deutschland zwischen 25,1 Prozent und 51,9 Prozent der Mitarbeiter älter als 50 Jahre. Diese Zahlen liefert der aktuelle BKK Gesundheitsreport. Damit bilden die sogenannten Best Ager heute einen bedeutenden Anteil in deutschen Unternehmen – und einen entscheidenden Faktor für den Unternehmenserfolg. Die Liste der Qualitäten älterer Mitarbeiter ist lang: Berufserfahrung, Lebensreife, zielführendes Konflikthandling, Pflichtbewusstsein, unternehmerisches Denken, Loyalität. Hinzu kommt die über Jahre gewachsene Vernetzung innerhalb des Unternehmens und der Branche, auf die ältere Mitarbeiter zurückgreifen können. Die Best Ager mit ihren Eigenschaften und Fähigkeiten sind also ein sehr wertvolles Gut für die Unternehmen. 

Auch Best Ager wollen modern arbeiten

Entscheidend für eine erfolgreiche Personalarbeit ist, dass bei der Entwicklung von Angeboten, Maßnahmen und bei der Gestaltung der Unternehmenskultur alle Altersgruppen mitbedacht werden. Die gute Nachricht: Das ist sehr gut umsetzbar.

Betrachtet man besondere Zusatzleistungen, wie zum Beispiel Home-Office, Weiterbildungsmöglichkeiten oder Gesundheitsmaßnahmen, wird deutlich, dass diese für ältere Mitarbeiter ebenso wertvoll sind. Ältere Mitarbeiter stehen nicht im Widerspruch zu moderner Arbeit oder der Idee von New Work. Auch stehen sie nicht in Konkurrenz zu jungen Nachwuchskräften. Im Gegenteil: Idealerweise ergänzen sich die Altersgruppen und es findet ein reger Austausch statt.

Unterschiede zwischen den Altersgruppen bestehen eventuell in der Art der Nutzung von Arbeitgeberangeboten, doch die grundlegenden Bedürfnisse, die bedient werden, sind identisch. Diese Bedürfnisse sind Flexibilität, Wertschätzung und Beteiligung. Das wiederum sind die zentralen Merkmale von moderner Arbeit. Philippe Bopp

Ältere Mitarbeiter ans Unternehmen binden

Flexible Arbeitszeiten: Mit zunehmendem Alter wird die Familie wichtiger. Ältere Mitarbeiter wünschen sich mehr Zeit für die Enkelkinder oder die Pflege Angehöriger. Flexible Arbeitszeiten erleichtern die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie.

Wertschätzung durch Gesundheitsförderung: Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein etabliertes Instrument zur Wertschätzung von Mitarbeitern und attraktiv für alle Generationen. Wichtig ist ein vielfältiges und individuelles Angebot, das für jede Altersgruppe passende Maßnahmen bietet. 

Beteiligung: Egal, ob es um neue Entwicklungen geht, beispielsweise im Zuge der Digitalisierung, oder um Angebote zur Weiterbildung –auch ältere Beschäftigte wollen daran beteiligt werden. Kurz: Integration und Begegnung auf Augenhöhe statt Abstellgleis.

Bei der Gestaltung der Unternehmenskultur müssen alle Altersgruppen berücksichtigt werden.

Philippe Bopp
Geschäftsführer machtfit GmbH, Fachbeirat health@work