Führung in der Krise

Die Corona-Krise trifft deutsche Unternehmen explosionsartig. Von heute auf morgen stehen Manager vor der Herausforderung Mitarbeiter vor dem Virus zu schützen und gleichzeitig Kosten soweit wie möglich einzusparen, da die Wirtschaft weitestgehend verlangsamt wird. Viele Unternehmer melden Kurzarbeit an oder müssen ihren Mitarbeitern sogar kündigen. Nun liegt es an den Führungskräften, langjährigen, loyalen Mitarbeitern die Ergebnisse schwierige Entscheidungen mitzuteilen.

In Krisenzeiten – seien sie finanzieller oder anderer Natur – sind Führungsqualitäten besonders gefragt. Denn Öffentlichkeit, Behörden, Geschäftspartner und nicht zuletzt die eigenen Mitarbeiter schauen umso genauer auf die Arbeit der Manager, wenn etwas schief läuft. Und eben diese drohen in vielen Fällen an dieser Aufgabe zu scheitern: Wie lenke ich mein Unternehmen aus der Krise?

Transparent führen

Die Nachricht, dass aufgrund finanzieller Engpässe ein großer Teil der Belegschaft in Kurzarbeit gehen muss, ist keine, die Mitarbeiter gerne hören. Sie ist jedoch auch keine, die Führungskräfte gerne aussprechen – obwohl das Vorhaben letztendlich dem Erhalt des Unternehmens dient. Neuigkeiten, die die Existenz eines Unternehmens und damit auch Jobs bedrohen, setzen unter Druck. Manager müssen Entscheidungen erklären, die sie selbst ungern getroffen haben.

Eine Strategie, dem Rechtfertigungsdruck in Krisenzeiten zu entgehen, ist es, Mitarbeiter in wichtige Entscheidungen einzubeziehen. Das Know-how, das die Grundlage für wichtige strategische Entscheidungen ist, lässt sich überall im Unternehmen finden. Oft sind es gerade die Fachabteilungen, die aus ihren Bereichen Ideen zur Bewältigung der Krise beitragen können.

Vertrauen erhalten

Im Rahmen von Kurzarbeit kann es vorkommen, dass Manager ihren Mitarbeiter über einen Arbeitsausfall von 100 Prozent informieren müssen. Bei der „Kurzarbeit null“ wird die Arbeit für eine vorübergehende Zeit vollständig eingestellt. Wie bei Entlassungen ist es dann wichtig, das persönliche Gespräch zu jedem einzelnen Mitarbeiter zeitnah zu suchen. Aber auch für die Mitarbeiter des Unternehmens, die noch ein reduziertes Stundenkontigent abarbeiten können, verbleibt in Krisenzeiten eine Unsicherheit. Es ist die Aufgabe der Führungskräfte auch nach dem ersten Schock ein gesundes Betriebsklima zu wahren. Ob dies gelingt, hängt nicht nur von der Kompetenz der Krisenmanager ab, sondern auch von der Authentizität der Führungskräfte. Es kann hilfreich sein, Entscheidungen vorab anzukündigen und die Mitarbeiter laufend zu informieren. Schließlich geht es um den Erhalt der gesamten Unternehmung und eine gemeinsam durchstandene Krise schweißt zusammen.

Tipps für Führungskräfte in Krisensituationen

Tipp 1: Balance halten & positiv bleiben

Bleiben Sie offen, lassen Sie auch negative Gefühle zu und aktivieren Sie die positiven. 

Tipp 2: Strategien entwickeln & Kommunikation ausbauen

Betrachten Sie die Fakten und versuchen Sie lösungsorientiert die Situation zu meistern. Durchdenken Sie mögliche Szenarien und tauschen Sie sich dazu mit ihren Kollegen aus. Betrachten Sie Chancen und Risiken und analysieren Sie die neuen Gegebenheiten.

Versuchen Sie offen mit ihren Mitarbeitern und im Team offen zu kommunizieren, um einen Tunnelblick zu vermeiden. Im Austausch mit anderen können neue Perspektiven gegeben werden, um Lösungsansätze zu finden.

Tipp 3: Prioritäten setzen

Fokussieren Sie sich auf die wirklich wichtigen Punkte für das Unternehmen

Tipp 4: Offenheit & Partizipation

Weihen Sie Ihre Mitarbeiter in Ihre Pläne ein und versuchen Sie sie zu aktivieren und positives Denken anzuregen.

Tipp 5: Chancen nutzen

Nutzen Sie die neue Situation als Chance, etwas Positives zu verändern und neue Wege zu gehen.