Arbeitstrends der Zukunft

Dort geht die Reise hin

Wie werden wir in Zukunft arbeiten und was können Unternehmen und Beschäftigte heute dafür tun, um sich auf den Wandel der Arbeitswelt einzustellen? Um dies zu beantworten, hat das Business-Netzwerk XING zusammen mit Zukunftsforscher Professor Peter Wippermann mehr als 1.400 XING-Mitglieder befragt und aus ihren Antworten das „New Work Trendbook“ erstellt mit Trends für die Arbeitswelt der Zukunft. health@work stellt die wichtigsten Trends vor.

Neue Berufe

Der demografische Wandel und die digitale Transformation bringen neue Geschäftsmodelle mit sich – und damit auch neue Berufe. Ein Großteil der Kinder, die heute die Grundschule besuchen, wird später in Berufen arbeiten, die wir heute noch gar nicht kennen. So wie die Eltern vieler der heute Berufstätigen – selbst der Generation Y – zum Zeitpunkt der Einschulung noch niemals von SEO-Spezialisten, Chief Digital Officern oder Mobile Marketing Managern gehört haben. Im Rahmen der XING-Umfrage sind 15 Prozent der Wissensarbeiter in Berufen tätig, die es vor 2003 noch nicht gab. Jeder Dritte rechnet damit, dass es seinen Job in 15 Jahren nicht mehr geben wird.

Für die Beschäftigten bedeutet das einen häufigen Wechsel zwischen Arbeitgebern, Fach- und Führungspositionen sowie lebenslange Weiterbildung. Und auch die Art der Bildung wird sich ändern müssen. Gebraucht werden Konzepte, bei denen die Menschen schnell und unkompliziert aktuelles Wissen abrufen können.

Workplace-Wellbeing

Selbst die innovativsten Technologien brauchen Menschen die sie steuern. Um Mitarbeiter zu binden und sie lange leistungsfähig zu halten, müssen Unternehmen ihr Wohlbefinden in den Fokus rücken. Das beginnt damit, die Bürostruktur auf die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten auszurichten und reicht bis zur Einführung eines systematischen Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Eine Botschaft, die laut XING-Studie bei den Unternehmen angekommen ist: Rund drei Viertel der befragten Unternehmen sagen voraus, dass sie in 15 Jahren das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter stärker gewichten werden, wenn es darum geht, den Firmenerfolg zu bewerten.

Virtuelles Co-Working

Zum Dienst gehen, die Kollegen im Meeting oder in der Teeküche treffen: Das sind zunehmend Relikte einer vergangenen Zeit. Digitale Kommunikation und Virtual Reality machen es möglich, dass Mitarbeiter von unterschiedlichen Standorten aus zusammenarbeiten können. Drei von vier der von XING befragten Unternehmen sind davon überzeugt, dass in 15 Jahren die Beschäftigten überwiegend virtuell zusammenarbeiten werden. Bereits heute ermöglichen es viele Unternehmen ihren Mitarbeitern, an Co-Working- oder Home-Office-Arbeitsplätzen zu arbeiten. Der Großteil tut dies, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Weitere Beweggründe sind der Ausgleich eines Standortnachteils oder die Kosten, die sich einsparen lassen, wenn weniger Mitarbeiter einen Büroarbeitsplatz brauchen.

Selbstmanagement

Mitarbeiter, die orts- und zeitabhängig arbeiten, müssen ihren Arbeitsalltag selbst strukturieren. Die Fähigkeit, sich selbst zu managen, die eigene Funktion im Unternehmen selbst zu bestimmen und eigenständig auszufüllen, ist eine Kernanforderung der Arbeitswelt 4.0. Der Großteil der im Rahmen der XING-Studie Befragten glaubt, dass die Top-down-Unternehmensführung in 15 Jahren ausgedient hat. Jeder siebte prophezeit sogar, dass es dann gar keine Hierarchien und Vorgesetzte mehr geben wird.

Work-Life-Trennung

Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit ist in den vergangenen zunehmend verschwommen. Endgrenzte Arbeit gilt wesentliches Merkmal der modernen Arbeitswelt, wird aber durch die Generation Z nicht mehr gewünscht. Die Nachfolger der Ypsiloner sind familienorientierter und erwarten von ihrem Job weniger Stress und mehr Leben. Um im Wettbewerb um die besten Talente punkten zu können, werden Unternehmen daher stärker selbstständig darauf achten müssen, Feierabend und Wochenende als Freizeit auch wirklich „frei“ zu halten.

Eine wichtige Entwicklung. Denn: Die Informationsschwemme und die zunehmende Komplexität der Arbeitswelt von morgen wird das Gehirn an seine Grenzen bringen. Um funktionsfähig zu bleiben, braucht es regelmäßig Pausen. Bereits heute bestätigen 83 Prozent der von XING befragten Beschäftigten, dass ihre Arbeitsbelastung durch die Digitalisierung zugenommen hat. Dieses Pensum lässt sich in bestehenden Arbeitskonzepten nicht durchhalten. Daher erwartet jeder dritte Umfrageteilnehmer, dass die Vier-Tage-Woche zukünftig zum Standardmodell wird. jbr