Geborgenheit in der Routine

Geborgenheit & Routinen, die gerade jetzt in den aktuellen Zeiten gut funktionieren.

Seit mehr als einem Jahr werden wir nun täglich mit Situationen konfrontiert, die wir nicht kennen und nicht wissen ob und wie wir sie bewältigen können. Unser elementares Bedürfnis nach Sicherheit, manifestiert durch die Überzeugung an eine planbare, mehr oder weniger vorhersehbare und auf jeden Fall hoffnungsfrohe Zukunft ist mit COVID-19 deutlich ins Wanken geraten. Kopf und Bauch stehen täglich im Berufsalltag zusätzlich unter gewaltigem Stress und rebellieren.

Jeder hat individuelle Bedürfnisse

Ich halte gute individuelle Routinen gerade jetzt für lebenswichtig. Vor allem in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, sich Gutes zu tun und auf sich zu achten. Gerne zeige ich Ihnen in dieser ersten Folge auf, wie und warum tägliche Routinen nach Ayurvedischen Prinzipien uns Halt geben.

1. Ahara - Ernährung, die entlastet, statt belastet. Die Ernährungslehre im Sanskrit setzt auf eine Ernährung, die unserer Gesundheit zuträglich ist. Ziel ist es, bis ins hohe Alter ein glückliches, gesundes Leben zu führen. Warme, schonend gekochte Mahlzeiten entlasten das Verdauungssystem. Entlastend wirken gedünstetes Gemüse, nährende Getreidesorten, Hülsenfrüchte, frisches süßes Obst, warmes Wasser, hochwertige Öle, Ghee bekannt als Butterschmalz und Nüsse. 

2. Vihara - Daily Routines beibehalten. Vihara ist die zweite wichtige Lebenssäule im Ayurveda. Hier geht es um Tagesabläufe, um Lifestyle. Unsere Gewohnheiten geben unseren Tagen einen stabilen Rahmen. Struktur, Normalität und Zugehörigkeit sind wichtige Qualitäten – gerade in turbulenten, herausfordernden Zeiten. Jeder Tag bringt viele neue Facetten und Möglichkeiten, mehr Nähe trotz physischer Distanz zu erleben. Drei Mahlzeiten täglich, am besten jeweils zur gleichen Zeit, sind empfehlenswert. Dabei gilt die Devise: Alles, was schwer verdaulich ist, bitte mittags essen. Zwischen 12 und 14 Uhr arbeitet unser Stoffwechsel auf Hochtouren. Optimal in Form fällt die Verdauung leicht, die Nachmittags-Müdigkeit ist passé.

3. Ayurvedische "Hausapotheke" - eine kleine Hilfe zur Selbsthilfe. Macro- und Micro-Nährstoffe Vitamine, Mineralien und Spurenelemente stärken systemisch unsere Gesundheit. Der bittere Geschmack vorrangig im Gemüse und Salaten wirkt verdauungsfördernd und antibakteriell. Der scharfe Geschmack u.a. im Ingwer, Pfeffer, milder Chili, Knoblauch, Zwiebeln wärmt und stärkt uns zugleich. 

Extra-Tipp zur besseren Selbstwahrnehmung

Mein Extra-Tipp für gute Signale vom Kopf an den Bauch ist: Erbsen zählen. Nehmen Sie sich 3 Erbsen, bunte Steine oder andere kleine Gegenstände, die Sie morgens in Ihre rechte Hosentasche stecken. Ihr Ziel für den Tag ist es nun, drei Erfolge, egal welche, zu finden, zu benennen, sich idealerweise mit anderen darüber zu freuen und für jeden Erfolg ganz bewusst eine „Erbse“ von der rechten in die linke Tasche zu bewegen. Das tatsächliche körperliche Tun ist dabei wichtig, denn es verstärkt die Wirkung. Abends schauen Sie Ihre „Erbsen“ des Tages noch einmal an und feiern sich und Ihre Erfolge. Versuchen sie dabei dankbar zu sein. Für das Erreichte und für die Menschen, die Ihnen dabei geholfen haben. Das wirkt wie ein Turbo heraus aus der Abwärtsspirale negativer Gedanken und schwacher Ausstrahlung. Fortgeschrittene könnten sogar auf die Idee kommen sich konkrete Erfolge für den Tag vorzunehmen, ganz großes Kino wäre es im Team Erbsen zu zählen.