Kollege Roboter

Wie ein Roboter die Pflege verändern kann

Er ist immer freundlich, lächelt, beklagt sich nicht über den Schichtbetrieb, kennt keinen Stress, streikt nicht für mehr Lohn. Er ist feinfühlig und lernfähig, kommuniziert und agiert interaktiv. 
Sein Name: Pepper. Sein Beruf: Pflegeassistent. Ein  kindsgroßer Roboter mit großen Kulleraugen und einem Touchscreen auf der Brust. Er kann mit Menschen sprechen, beim Reden gestikuliert er, und beim Zuhören signalisieren seine leuchtenden Augen, dass er sich voll und ganz auf sein Gegenüber konzentriert.

Fortschritte in der Robotik

Roboter oder besser Roboterassistenten wie Pepper sind Protagonisten einer neuen Zeit in der Pflege: Schon bald können dort die Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz mit der realen physischen Welt kombiniert werden und neue Lösungen ermöglichen. Sie können ein selbstbestimmtes Lebens im Alter ermöglichen und Pflegekräfte entlasten. 

Voraussetzung: Genau. Der Roboter muss lernen, intuitiv und feinfühlig mit Menschen interagieren. Dadurch wird eine ganz andere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter ermöglicht.

Kein Ersatz für den Menschen

Dabei geht es nicht um Roboter als Pflegeersatz, sondern um Pflegeassistenz. Wenn Robotik in der Lebensgestaltung und Versorgung älterer Menschen eingesetzt wird, dann pflegen nicht die Roboter, sondern die Pflegekräfte – unterstützt von Robotern wie Pepper.

Noch viel zu oft muss Pflegepersonal Tätigkeiten erledigen, die mit Pflege gar nichts zu tun haben. Roboter, die diese Tätigkeiten übernehmen, ermöglichen es, dass Pflegekräfte wieder mehr Zeit für die Pflegebedürftigen haben.

Die Aufgaben, die die Roboterassistenten übernehmen können, sind zumeist selbstverständliche Handgriffe, ohne die aber das selbstbestimmte Leben kaum möglich ist: aus dem Bett aufstehen, Türen öffnen, Dinge vom Boden aufheben, sich an unzugänglichen Stellen kratzen oder Zähne putzen. Das alles kann zur großen Herausforderung werden.

Stress- und schamfrei

Hier kann der Kollege Roboter helfen. Ein weiterer Vorteil: Seine Engelsgeduld. Roboter sind emotional neutral. Sie werden nicht gereizt, wenn sie etwas 50 Mal sagen müssen. Das entstresst die Menschen. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die ihre Sprache verloren haben, so zur Kommunikation zurückfinden, weil sie weniger Stress empfinden als bei einem menschlichen Gegenüber. Zudem gibt es Situationen, in denen Pflegebedürftige ein Roboter unter Umständen lieber ist als ein menschlicher Pfleger – etwa aus Scham bei Inkontinenz. 

Blick in die Zukunft

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich in Zukunft dramatisch erhöhen. Das ist sicher. Roboterassistenten sind ein möglicher Ausweg aus der drohenden Pflegekrise. Durch sie können zusätzliche Ressourcen erschlossen werden, sodass das Pflegepersonal mehr Zeit hat, sich um alle Belange zu kümmern, bei denen menschliche Fähigkeiten gefordert sind.