Im Schatten der Sucht

Sucht ist kein privates Problem. Beschäftigte mit Suchtproblemen können nicht nur sich selbst zerstören, sondern richten in Unternehmen und der gesamten Volkswirtschaft jedes Jahr erhebliche Schäden an. Suchtprävention ist daher auch Gegenstand des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

In letzter Zeit erscheint ein Mitarbeiter häufig unpünktlich und vollkommen übermüdet bei der Arbeit. Wenn er kurzfristig Zusatzaufgaben übernehmen soll, reagiert er gereizt oder sogar cholerisch. Auffälliges Verhalten wie dieses zeugt nicht unbedingt von einer schlechten Arbeitsmoral – es kann auch eine Suchterkrankung dahinter stecken.

Sucht- und Rauschmittel sind für viele Berufstätige ein Problem oder könnten zu einem werden. Laut dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung weisen rund 18 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen einen riskanten Alkoholkonsum auf. Mehr als 314.000 Menschen wurden im Jahr 2017 mit der ICD-Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ behandelt – Alkoholerkrankung ist damit die zweithäufigste Hauptdiagnose, die in Krankenhäusern gestellt wird.

Auch der Missbrauch von Arzneimitteln spielt eine Rolle. Schätzungen zufolge sind etwa 1,5 bis 1,9 Millionen Menschen in Deutschland abhängig von Medikamenten – insbesondere von Tranquilizern und Schlafmitteln. Etwa eine halbe Million Menschen zeigt ein krankhaftes oder zumindest problematisches Glückspielverhalten.